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29 Ocak 2016 Cuma

Im schwangeren Körper - Babybauch 33+2

Mein schwangerer Körper und ich, wir stehen manchmal auf Kriegsfuß - die Krampfadern werden nicht gerade weniger, nach dem "Bezwingen" der Treppe bin ich aus der Puste, auf dem Rücken liegen beschleunigt meinen Puls gefühlt um das Doppelte, zu schnell aufstehen ist generell keine gute Idee und überhaupt habe ich das Gefühl, teilweise nicht mehr alles so machen zu können, wie vorher. Gerade letzteres ist für mich eine völlig neue Erfahrung, denn in den Schwangerschaften mit den Jungs war ich bis zum letzten Tag völlig agil und spürte kaum eine Einschränkung. Ich erzähle an der Stelle immer gerne, dass ich noch zwei Wochen vor der Geburt des Großen auf Knien Teppichböden in unserem Haus verlegt habe, denn das beschreibt meine bisherigen Erfahrungen mit der berühmt berüchtigten Schwerfälligkeit in der Schwangerschaft am besten.

Doch dann ist da noch die andere Seite - zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben, habe ich mich mit mir und meinem Körper so unglaublich wohl gefühlt, wie in der Schwangerschaft. Der Bauch wird täglich runder, was mir ein stilles Lächeln auf die Lippen zaubert. Ich bewundere den wachsenden Bauch Abends im Spiegel und streichle versonnen darüber. Das Becken ist breiter geworden, wodurch ich mich nicht schlechter sondern einfach nur weiblicher fühle. Meine Brüste haben wieder eine Größe erreicht, die einen BH wirklich ausfüllt und obwohl ich weiß, dass dieses Glück nur von kurzer Dauer ist (nach der Stillzeit werde ich mich davon wieder vollkommen verabschieden müssen und zu einem gerade-so-A-Cup zurück kehren), genieße ich meinen veränderten Körper in vollen Zügen und fühle mich rundum wohl. Darüber spricht man ja eigentlich nicht, aber dem Liebesleben ist das auch nicht gerade abträglich, was vielleicht auch ein gutes Stück zum verbesserten Wohlbefinden beiträgt.

Ich esse worauf ich Lust habe, verkneife mir keine Süßigkeit und würde niemals auf die Idee kommen, etwas zu kaschieren oder einzuziehen, wie Frau es sonst so gerne tut. Vielleicht macht es mir auch deswegen solchen Spaß, jede Woche diese Fotos zu machen, denn nie wieder werde ich so viele Bilder von mir sehen, die mir gefallen. Das mag eingebildet klingen, aber ich kann mich jede Woche kaum entscheiden zwischen den Fotos, weil ich sie alle mag. Sie führen mir diese ganz besondere, magische Zeit in meinem Leben vor Augen, die nie mehr wieder kommen wird. Sie zeigen mich ganz und gar als Frau und - so wenig empanzipiert das auch klingen mag - bringen ein Stück weit meine Bestimmung zum Ausdruck. Vielleicht kann ich diese Schwangerschaft deswegen so sehr genießen, weil ich Kinder austragen als mir vorbestimmt ansehe und mich damit vollkommen fühle.

Der Inhalt und Sinn meines Lebens sind im Moment meine Kinder und so sehr ich weiß, dass sich das auf ganz natürliche Art und Weise wieder verändern wird, so sehr nehme ich diese Rolle gerade an. Ich bin mehr als dankbar, die Wahl zu haben und mich ganz auf meine Familie konzentrieren zu können. So anstrengend und zermürbend manche Tage auch sein mögen - die Zeit kommt niemals wieder und ich versuche sie in all dem Alltags-Chaos so gut wie möglich zu genießen.

Mein Körper und die dritte Schwangerschaft - Babybauch 27+4

Meine beiden vorangegangenen Schwangerschaften verliefen gänzlich unspektakulär - keine Übelkeit, normale Gewichtszunahme, keine Rückenschmerzen, keine Schlafprobleme, tolle Haare und Nägel und überhaupt habe ich mich rundum pudelwohl gefühlt. Diese dritte Schwangerschaft startete ähnlich unkompliziert und auch dieses mal fühle ich mich wohl und ich genieße jeden Tag mit dem wachsenden Bauch und doch ist es irgendwie anders.

Dies ist meine dritte Schwangerschaft innerhalb von fünf Jahren und so unkompliziert alles läuft, so sehr spüre ich doch, dass mein Körper dieses mal unter einer höheren Belastung steht, als vorher. Die erste spürbare Veränderung war, dass mein Bauch bereits seit Mitte der Schwangerschaft ständig hart wird und mir damit zu signalisieren versucht, dass man schwanger doch nicht immer einfach so weiter machen kann wie bisher. In Rücksprache mit meiner Hebamme sehe ich aber bisher davon ab Magnesium einzunehmen, um eben auch bewusst wahrnehmen zu können, wann ich mich vielleicht mal kurz hinsetzen oder ausruhen sollte, auch wenn das im Alltag mit den Jungs natürlich nicht immer so einfach umsetzbar ist.

Seit zwei, drei Wochen spüre ich auch deutlich mehr Druck nach unten, als ich das gewohnt bin. Der Muttermund ist fest verschlossen und der Gebärmutterhals nicht verkürzt und trotzdem kann ich kaum noch in die Hocke gehen, ohne dass es sich so anfühlt, als würde das Baby gleich heraus fallen. Letzte Woche kam ich auf die Idee, mit den Jungs das Trampolin der Nachbarn unsicher zu machen und musste schon nach zwei, drei Sprüngen einsehen, dass das gar keine gute Idee war. Klar, könnte man auch vorher drauf kommen, aber in der vorherigen Schwangerschaft war eben auch moderates Trampolin springen kein Problem.

Gestern lieferte mir meine Ärztin dann einen weiteren Beweis für meinen "Verfall", denn ich durfte ein Rezept für Kompressionsstrümpfe mit nach Hause nehmen - an meinem Oberschenkel hat sich bis zum Knie eine blaue Krampfader gebildet und um einem Fortschreiten vorzubeugen, werde ich ab jetzt bis zum Ende der Schwangerschaft (und auch noch danach?!) formschöne Strümpfe tragen dürfen. Eigentlich nichts schlimmes, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich vor meinem 70. Lebensjahr ein Sanitätshaus besuchen würde. Allerdings versicherte mir die Dame heute, dass Krampfadern in der Schwangerschaft nun wirklich keine Seltenheit seien, auch wenn niemand darüber zu sprechen scheint. Ich hoffe nun einfach darauf, dass es bis Mitte Juni nicht über 25 °C werden, denn ich vermute wenn es so richtig warm ist, könnten die Strümpfe doch sehr unangenehm werden. Was mich aber tatsächlich ein bisschen stört ist, dass sich diese Krampfader wohl nie mehr zurück bilden wird und das ist natürlich schon ein bisschen doof.

Auch von der berüchtigten Schlaflosigkeit bleibe ich dieses mal nicht verschont und wälze mich Abends noch wesentlich länger als gewöhnlich hin und her. An der Müdigkeit kann es jedoch nicht liegen, denn am liebsten würde ich täglich ein Mittagsschläfchen halten, was natürlich völlig unmöglich ist, weil dann mein Großer seine exklusive Mama-Zeit genießt.

Alles in allem möchte ich mich keinesfalls beklagen, denn es geht mir grundsätzlich wirklich sehr gut und ich weiß, dass viele Frauen in einer Schwangerschaft mit ganz anderen Problemen zu kämpfen haben. Dennoch bemerke ich eben, dass eine dritte Schwangerschaft (und dann auch noch in so kurzem Abstand) auch für einen vorher komplikationslos "funktionierenden" Körper eine größere Belastung zu sein scheint und wollte an dieser Stelle offen und ehrlich darüber reden. Noch bin ich ja nicht am Ende angelangt und es können noch so einige mir unbekannte Wehwechen dazu kommen. Aber hey, mein Körper leistet gerade großartiges und schenkt zum dritten Mal einem Kind das Leben, also werde ich versuchen die Spuren dieser besonderen Zeit für den Rest meines Lebens mit Stolz zu tragen.

16 Ocak 2016 Cumartesi

DER KÖRPER SPRICHT ...


... und die ganze Persönlichkeit spricht mit.

Fünf Fallberichte aus der Praxis. Eine Rezension von Alfred Schlienger:

E. Carnal, J. Sägesser (Hrsg.): Der Körper spricht... und die ganze Persönlichkeit spricht mit. Fallberichte aus der Psycho-Motorik. Edition SZH, Bern 2013

„Was macht ihr eigentlich in der Psychomotorik?“, werden in dieser Therapieform Tätige nicht selten gefragt. Obwohl seit über vierzig Jahren in der Schweiz etabliert, ist das konkrete Berufsfeld der Psychomotoriktherapie für viele, selbst für Fachpersonen aus verwandten Bereichen, oft noch erklärungsbedürftig. Nun ist eine Publikation erschienen, die auf höchst anschauliche Weise Einblicke gewährt in die spannende Vielfalt dieses Berufs und seiner therapeutischen Zugänge.

Anhand von fünf Fallberichten aus der Praxis wird in dieser Publikation aufgezeigt, wie eine konkrete Psychomotoriktherapie (PMT) aufgebaut ist, welche Schwerpunkte sie setzt und welche Entwicklungen möglich werden. Das ergibt fünf berührende therapeutische Einzelverläufe von Kindern im Alter von 6 bis 9 Jahren, die auf je eigene Art verdeutlichen, was den Kern und die Varietät dieser Therapieform ausmacht. Als zentrale Merkmale fallen in den Berichten die folgenden als besonders wichtig auf:

Es geht primär um den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung, die dem Kind erst ermöglicht, sich auf neue Erfahrungsfelder einzulassen. PMT ist mehr als Bewegungstherapie. Die Bewegung ist das Mittel, um Persönlichkeitsentwicklungen in Gang zu setzen. Denn in der Bewegung widerspiegelt sich der ganze Mensch. So werden Veränderungen möglich im sensorischen, motorischen, emotionalen, kognitiven und sozialen Bereich. PMT ist ressourcen- und entwicklungsorientiert, setzt also an bei den Stärken und eröffnet schrittweise neue Erprobungsräume für die Entwicklung von Sicherheit und Selbstbewusstheit. Das braucht Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit und setzt eine sehr genaue und sensible Beobachtungsgabe voraus.

Die Wahl der jeweiligen Interventionen geschieht auf der Basis theoriegestützter Konzepte und ist geleitet von klaren Therapiezielen. Die Settings variieren von Einzel- über Gruppentherapie bis zum Erwachseneneinbezug in einer Eltern-Kind-Therapie. Die Eigenaktivität des Kindes ist von zentraler Bedeutung. Gerade in den freien Spielsituationen entwickeln Kinder eine enorme Kreativität und Eigenständigkeit.

PMT ist angewiesen auf eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern und Lehrpersonen sowie den zuweisenden Instanzen. PMT leistet Integrationsarbeit für alle sozialen Kontexte und besitzt ein hohes präventives Potenzial bezüglich später schwerer zugänglichen dissozialen Entwicklungen.

Der Körper als Zugang zur Welt


Die vorliegenden Fallberichte wurden im Rahmen eines Kurses an der Universität Bern entwickelt. Jeder Artikel setzt dabei einen eigenen Schwerpunkt. Evelyne Carnal zeigt in ihrem Beitrag das enge Zusammenspiel von Bewegung und Psyche auf. Der Körper ist die primäre Zugangsweise des Kindes zur Welt. Körpererfahrungen sind untrennbar mit Emotionen verbunden. Negatives wird dabei tendenziell verdrängt und drückt sich schliesslich im Körper aus. Verdrängen kostet aber viel Energie, die dem Kind dann fürs Lernen und für die Entwicklung von Beziehungen fehlt. Das kann zu Blockaden in der Gesamtentwicklung führen. Am Beispiel von Markus (knapp 8) wird deutlich gemacht, wie ein Kind mit fehlendem inneren Halt zuerst sensomotorische Grunderfahrungen „nachholt“ (krabbeln auf unebenem Boden, barfuss über verschiedene Unterlagen gehen, in eine Decke ein- und wieder daraus ausgerollt werden, Sachen unter einem Tuch ertasten etc.) und sich mit vielfältigen Spielangeboten (Massage mit verschiedenen Bällen, klettern, Trampolin, Fangspiele, balancieren, kneten, Bewegungslandschaften etc.) Schritt für Schritt in einem dreijährigen Prozess für neue Erfahrungen öffnet.

Thema Angstüberwindung


Judith Sägesser berichtet, wie der ängstliche Walter (7) vom passiven Bewegt-Werden (in Wolldecke, Hängematte etc.) so zielgerichtet wie sachte ins aktive Bewegen gelockt werden kann. Es dauert sieben Monate, bis der skeptische Bewegungsvermeider, der am liebsten nur „Zuschauer“ ist, erstmals den sicheren Boden verlässt und sich über schwankenden Untergrund oder an die Sprossenwand zum Klettern getraut. Angstüberwindung ist ein häufiges Thema in der PMT. Vertrauen in sich und in den Körper gewinnen, heisst die psychomotorische Devise. Daniela Giuliani beschreibt die Arbeit bei einem Kind mit ADHS-Diagnose und erläutert dabei die zentrale Bedeutung der Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts. 85% der Kinder mit ADHS zeigen Folgeprobleme im Bereich des Selbstwertgefühls. Auch Lars (8) verfügt anfänglich über eine schwache Selbststeuerung und traut sich nichts zu („Das klappt sowieso nicht!“). Über gezielte Verbesserung der Bewegungssteuerung und das Erlebnis der Selbstwirksamkeit im Spiel (Bogenschiessen, „Wackelbrücke“, Gruppenspiele etc.) wächst auch sein Selbstvertrauen („Ich schaffe es!“). Nach 1 ½ Jahren PMT hat Lars deutlich mehr Bezug zu anderen Kindern, wird der Wechsel von Kooperation zu Rivalität möglich und er kann mit Niederlagen umgehen.

Symbole der Sicherheit


Theresia Buchmann erläutert im speziellen Setting einer Mutter-Kind-Therapie, wie das fragile Beziehungsgefüge eines verhaltensauffälligen Drittklässlers durch das gemeinsame Handeln von Mutter und Sohn in der Therapie an Halt und Verlässlichkeit gewinnt. Hier wird in Spiel und Bewegung auch ein nonverbaler Dialog möglich, der vieles entkrampft und in der körperlichen Berührung Schleusen öffnet für die wahren Gefühle. Im Hüttenbauen erlebt Janosch (9) das selbsttätige Konstruieren einer bergenden Umwelt, die zu einem Symbol der Sicherheit wird. Über die Beziehung und das gemeinsame Spiel erfährt das Kind Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit, zwei zentrale Faktoren des Selbstwertgefühls. In der Therapie bei David Künzler entdeckt der unsichere und konfliktscheue Aron (6 ½ ) eine Videokamera und will sie aus eigenem Antrieb in den Therapiestunden einsetzen. Zuerst ist er nur Kameramann und filmt seinen Gruppenkollegen, mit der Zeit aber wagt er es auch, vor der Kamera zu agieren und nutzt die Visionierung der Videosequenzen in den abschliessenden Gesprächen als Lern- und Reflexionsmittel – ein erstaunlicher Prozess, bei dem ein technisches Gerät zum unterstützenden „Freund“ bei der eigenständigen Entwicklung eines neuen Selbstkonzepts wird.

Diese Publikation ist allen zu empfehlen, die als Lehrpersonen, Psychologen, Ärzte oder andere Instanzen potenziell zuweisende Funktionen ausüben für die Psychomotoriktherapie. Diese Studie kann aber auch als Anregung dienen, weitere Fallberichte zu dokumentieren, zum Beispiel auch von Mädchen mit entsprechenden Problemen sowie von jüngeren und älteren Kindern als den hier eindrücklich vorgestellten.