Mein Kleiner, Eineinhalb bist du nun schon. Eineinhalb Jahre! Ich wiederhole mich ständig, ich weiß, aber wo ist die Zeit nur geblieben? Ich erinnere mich so klar an unsere Schwangerschaft, an die Geburt, an die ersten zauberhaften Stunden, Tage und Wochen mit dir. An das keckernde, glucksende, immer fröhliche, glückliche und zufriedene Baby, dass du warst. Es ist als wäre es gestern gewesen und ich habe jeden Moment genossen.
Das tue ich noch heute, denn du bist nach wie vor ein Sonnenschein. Allerdings bist du mittlerweile auch ein ziemlicher Frechdachs geworden und du lachst lauthals und schelmisch, wenn du wieder irgend einen Blödsinn angestellt hast - vorwiegend in Kooperation mit deinem Bruder. Wenn man "Nein!" sagt, steigert das deine Freude nur noch mehr und du würdest niemals daran denken, das zu lassen, was dir da so viel Spaß bereitet. Und wenn du nicht aufhörst, hört dein Bruder natürlich auch nicht auf... ein Teufelskreis. Das Schlimme daran ist eigentlich, dass man fast immer selbst mit lachen muss, wenn ihr wieder Schabernack treibt und euch so natürlich noch mehr anheizt. Aber so ist das eben mit zwei so kleinen Kindern Zuhause - Chaosverwaltung.
Dein, äh, explosives Wesen trägt auch seinen Teil dazu bei. Du weißt ganz genau was du willst und man kann dich nicht mehr so leicht austricksen. Ablenken lässt du dich meistens noch ganz gut, aber auch das wird weniger. Es ist sehr fordernd, euch beiden gerecht zu werden und dabei eurer beiden Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren, aber ich gebe mein Bestes und ich genieße das Leben und den bewusst mit euch gemeinsam gewählten Alltag sehr.
Diesen Monat hast du sprachlich einen unglaublichen Sprung gemacht. Ich kann kaum glauben, wie viele Wörter und sogar Sätze du mittlerweile sprichst. Auszugsweise versuche ich das mal wieder zu geben. Zu deinem Wortschatz gehören: Du differenzierst nun Krakor (Traktor) und Babba (Bagger), da rei (da rein, auch in Verbindung mit Mama da rei, Papa da rei), eine/ein/meine/ich (immer wenn du etwas haben möchtest oder dir ein Spielzeug gekrallt hast und es vor deinem Bruder verteidigst), Baj (Ball), Allo (Hallo), alle (leer, alle, Vorher: aja), om (oben), auf, Om-A (Oma), maen (malen), det nich (geht nicht), Aut (Auto), reich (reicht, genug), mal (nochmal), Eulö (Eule), albei (Arbeit, arbeiten). Du setzt alle Nomen und Verben die du beherrschst zusammen und sagst zum Beispiel "Mama da rein" oder "Det nich rei" oder "Krakor da om". Es hört sich wirklich so an, als würdest du komplette Sätze sprechen (von denen wir manchmal auch kein Wort verstehen) und ich bin sicher, dass das genau deine Absicht ist. Du plapperst ununterbrochen und wir erwischen uns manchmal, wie wir dir zuhören und dich anschmachten, weil es sich so unglaublich niedlich anhört, wie du quatschst und quatschst ohne Punkt und Komma.
Das Verhältnis zu deinem Bruder ist nach wie vor sehr innig - was auch bedeutet, dass ihr viel streitet. Trotzdem wollt und könnt ihr nicht ohneeinander. Wenn einer die Eisenbahn auspackt dauert es nicht lange, bis der andere auch daneben sitzt. Dann wird um ein bestimmtes Schienenteil, einen Anhänger, die Lok oder sonst was gestritten, aber es kommt nicht in Frage euch zu trennen. So geht das eigentlich den ganzen Tag mit allem. Trotzdem spürt man, dass ihr euch sehr lieb habt und jeden Abend beim Gute-Nacht-Sagen schmilzt mein Mutterherz, wenn ihr einander Küsschen aufdrückt, Handküsse werft oder euch umarmt. Diese kleinen Momente entschädigen für so manch haarige Situation im Alltag.
Kleiner Mann, wir lieben dich abgöttisch! Ich glaube ich liebe dich von Tag zu Tag mehr und alles an dir versetzt mich in Verzückung. Sogar deine Tobsuchtsanfälle sind irgendwie niedlich, auch wenn es mich manchmal in den Wahnsinn treibt, wenn du mal wieder genau das Gegenteil von dem tust, was man möchte. Dein fröhliches, liebevolles, freches Gemüt liebe ich genauso sehr, wie deine feuchten Küsse und deine festen Umarmungen. Du bist einfach wunderbar und perfekt, genauso wie du bist, mein Engel. Ich bin gespannt, wie du dich weiter entwickelst und was für Überraschungen du noch so für uns bereit hältst. Fest steht: Ich freue mich darauf. So sehr.
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